VERA und KERMIT – Vergleichsarbeiten in der Grundschule

VERA und KERMIT

Alle Bundesländer beteiligen sich an VERA. Eine Ausnahme stellt Baden-Württemberg dar; dort besteht für die 8. Jahrgangsstufe ein landeseigenes Verfahren. Die Länder entscheiden darüber, ob Förder- bzw. Sonderschulen auf freiwilliger Basis an den Vergleichsarbeiten teilnehmen, oder ob diese ausgenommen werden. Auch staatlich anerkannte bzw. staatlich genehmigte Privatschulen können je nach Landesfestlegung optional teilnehmen. Schülerinnen und Schüler, die (noch) nicht hinreichend Deutsch sprechen oder für die sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt wurde, werden üblicherweise von der Verpflichtung zur Teilnahme an VERA freigestellt.

Die Aufgaben orientieren sich unmittelbar an den Anforderungen der Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz, also nicht direkt an den Lehrplänen der einzelnen Länder. VERA bezieht sich weniger auf das Abprüfen von konkreten Inhalten, sondern testet Kompetenzen. Da sich die Lehrpläne der Länder jedoch zunehmend an den Bildungsstandards orientieren, wird sich in Zukunft eine immer größere Übereinstimmung ergeben.

Was ist VERA?

Der Name VERA steht für Vergleichsarbeiten in der 3. und 8. Jahrgangsstufe (VERA-3 bzw. VERA-8). Vergleichsarbeiten sind schriftliche Arbeiten in Form von Tests, die flächendeckend und jahrgangsbezogen untersuchen, welche Kompetenzen Schülerinnen und Schüler zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht haben. Flächendeckend bedeutet in diesem Zusammenhang, dass mit VERA der Lernstand in den dritten und achten Klassen aller allgemeinbildenden Schulen und Klassen in Deutschland verpflichtend erfasst wird. In einigen Ländern werden die VERA-Tests nicht als Vergleichsarbeiten, sondern als „Lernstandserhebungen“ (Hessen, NRW), „KERMIT - Kompetenzen ermitteln“ (Hamburg) oder Kompetenztests (Sachsen, Thüringen) bezeichnet. Seit 2010 nehmen auch Südtirol und die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens an VERA‑3 teil.

 Welche Fächer werden getestet?

Die Länder haben sich darauf geeinigt, dass VERA in der dritten Jahrgangsstufe in mindestens einem der Fächer Deutsch bzw. Mathematik obligatorisch durchgeführt wird. Wird das Fach Deutsch in einem Jahr getestet, dann mindestens im Kompetenzbereich Lesen. Weitere mögliche Kompetenzbereiche im Fach Deutsch sind Zuhören, Orthografie oder Sprache und Sprachgebrauch untersuchen. Es ist vorgesehen, dass zukünftig auch das Schreiben im Rahmen von VERA-3 optional getestet wird, so wie es bereits im Fach Englisch der Fall ist. Im Fach Mathematik werden zwei von fünf möglichen inhaltlichen Kompetenzbereichen (z. B. Zahlen und Operationen und Daten, Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit) getestet. Welche beiden Bereiche dies sind, wird vor jedem Testdurchgang von den Ländern gemeinsam mit dem IQB festgelegt.  Den Ländern steht es sowohl bei VERA-3 als auch bei VERA-8 frei, mehr als ein Fach bzw. einen Kompetenzbereich verpflichtend überprüfen zu lassen. Für jeden Durchgang werden neue Aufgaben von Lehrkräften entwickelt, erprobt und in neuen Testheften zusammengestellt.